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Hallo Oldtimerfreunde!
Ein Bericht über die Deutschlandfahrt vom 19 bis 26. September 2009. Fernfahrt von der Ostsee zu den Alpen für Motorräder bis Baujahr 1915.
Meine Frau Christine und ich starteten am Freitag, 18.9.09 von Syke-Wachendorf, um zu unserem Oldtimerfreund Bernd Tafel nach Bokel zu fahren. Dort wurde meine VS -1912 (JAP-Motor, 770 ccm, seitengsteuert, V-Motor) auf den Anhänger von Bernd Tafel umgeladen und wir fuhren mit dem Wohnmobil von Bernd (das fuhr Christine auf der ganzen Fahrt zu den einzelnen Treffpunkten) zum Start nach Harrislee bei der Grenze zu Dänemark nach Padborg. Dort wurde am Abend ein gemeinsames Essen in Flensburg am Hafen eingenommen. Am Samstagmorgen des 19.9.09 war dann der Start um 9 Uhr am Grenzübergang Padborg. Die langsame Gruppe startete zuerst, dann die zweite Gruppe und zum Schluß waren wir mit den größeren Maschinen an der Reihe. Diese waren Chater Lee 1911, Royal Enfield 1914, Exelsior 1912, VS 1912 und zwei Triumph von 1913. Die erste Strecke über 170 km ging über Ostenfeld, Tellingstedt nach Brokdorf zu unserem Hotel an der Elbe. Schon auf den ersten Kilometern waren bei vielen irgenwelche Probleme zu beheben. Bei mir brach die Schaltstange für den 2. Gang ab, welches ich erstmal provisorisch reparierte um dann nach wenigen Kilometern Probleme mit Zündaussetzern zu haben. Nachdem ich dann endlich die Zündkerze gewechselt hatte, lief das dann alles so einigermaßen. Ich mußte dann auch schon teilweise alleine hinterherfahren um die anderen wieder zu erreichen. Am Sonntag ging es dann morgens zur Elbfähre und die zweite Strecke über 180 km dann bis Bokel. Zur Mittagspause ging es dann weiter über Rotenburg, Verden, wo dann wieder die Schaltstange bei meiner VS brach. Alle fuhren weiter und wieder wurde provisorisch repariert. Hinterher mußte die VS angeschoben werden und ja möglichst keinen Gang rausnehmen bis nach Eystrup zur Pause. Dort kam Ich dann als letzter an, wo schon einige Bekannte aus der Gegend warteten. Die versorgten mich total gestressten Fahrer mit allen möglichen, schlauen Ratschägen, aber irgendwie wußte doch keiner, wie diese VS mit der Schaltstange funktioniert. Doch ein alter Freund aus Haßbergen sagte dann: "Laß uns zu mir fahren in meine Werksstatt, das sind 4 Kilometer, da machen wir dir eine neue Schaltstange". Um 20 Uhr war die neue Schaltstange fertig, der Hauptständer war gerichtet und nach einer Probefahrt fuhr ich dann mit der installierten Notbeleuchtung über Nienburg nach Estorf zu unserem Hotel. Dort war dann alles am Basteln. Der eine hatte Plattfuß, der nächste die Gabel gebrochen, Magnetzünder defekt usw.. Am Montag, 21.09., ging es dann um 9 Uhr wieder los. 160 km über Obernkirchen, wo der erste Berg war, was natürlich kein Berg für die meisten Teilnehmer aus Süddeutschland war. Alle kamen dort hoch, sogar der mit der Achilles von 1901. In Höxter dann ein Stopp zum Kaffee und dann weiter nach Bad Karlshafen. Meine VS lief jetzt wie neu und es fing an Spaß zu machen so mit ca. 60-70 km/h über die Landstraßen zu ballern. Wir holten dann auch teilweise die anderen Gruppen ein und überholten sie. Tag 4 Dienstag, 22.09.: 154 km über Hann. Münden, Bad Soden, Allendorf bis Buchenau, wo in der Rhön zwei Berge zu bezwingen waren. Die VS fuhr im ersten Planetengang da so hoch aber es war schon ganz schön heftig, was die Maschine da auszuhalten hatte. Es wurden teilweise Motorräder aufgeladen und es schoben auch einige den Berg 3 km rauf. In Buchenau, wo wir auf einem Schloß übernachteten, wurde wieder ohne Ende geschraubt. Beim Gespann von Schmidtner war das ganze Getriebe zerlegt an der Cyno von 1911. Tag 5 Mittwoch 23.9.: 95 km bis Bad Brückenau zum Deutschen Fahrradmuseum. Tag 6 Donnerstag 24.9.: 150 km über Würzburg bis nach Rotenburg ob der Tauber. Tag 7 Freitag 25.9. über Giengen beim Steiff Museum Mittag gemacht, dann nach Krumbach in Bayern. Die VS lief weiterhin sehr gut und der 770er Jap Motor ballerte gute Töne aus dem Auspuff was allen gut gefiel. Tag 8 Samstag 26.9.: Die letzte Etappe über 150 km brach an und jetzt volle Konzentration, daß jetzt bloß ja nichts mehr schief geht. Der vor mir fahrende Manfred Schlottau mit der America Excelsior von 1911 hatte seine Bremse abgebrannt und mußte die letzten Kilometer aufladen. Kurzer Stopp vor Oberstorf. Man sah schon die Alpen im Nebel liegen und dann durch die Stadt Oberstorf bis zu der Nebelhornbahn in den Alpen. 1250 km geschafft. Und das was viele nicht für möglich hielten, war gemacht worden. Danke an die Organisatoren Heiner und Timo Rohrwick aus Osthofen, die die Hotels und Strecken ausgesucht hatten und an unser Begleitfahrzeugteam Bodo Munk, der immer zur Stelle war und half wo er konnte. Das war ein tolles Erlebnis mit solch alten Motorrädern solch eine Strecke zu bewältigen. Am Abend haben wir dann noch gemütlich in Oberstorf zusammengesessen und am Sonntagmorgen ging es dann wieder Richtung Bokel bei Zeven. Dann wieder umladen der VS in unser Auto und dann ab nach Hause nach Syke-Wachendorf, Ankunft 23 Uhr abends. Auch bei der gesamtem Fahrt mit dem Wohnmobil mit Anhänger, mit dem meine Frau Christine die ganze Zeit gefahren hat, hat alles gut geklappt. Fazit ist, daß an der VS der Freilauf verschlissen ist und neu muß, die Ventile sind stark ausgeschlagen, aber sonst hat das ganze Material gut gehalten. Bei mir selbst hat mein Rücken sich wieder gemeldet, denn trotz aufblasbarem Sitzkissen hatte ich meinem Kreuz doch zuviel zugemutet. Aber so ist es eben, Risiko für Mensch und Material ist wohl immer da.
Na, dann bis zur nächsten Fernfahrt mit alten Motorrädern?
Kurt Harries 1. Vorsitzender Motorsportclub Schwarme e.V. im ADAC
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Alle Fotos von der Deutschlandfahrt kann man sich >>>hier ankucken...
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